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Erkrankungen Drucken

Wichtig bei Erkrankungen:

  • Eine Diagnose unbedingt vorher vom Tierarzt feststellen / bestätigen lassen.
  • Behandlungsfehler können oft zum Tod der Tiere führen!
  • Während der Behandlungszeit sparsam füttern.
  • Wasserwerte ständig kontrollieren, je besser die Werte, desto schneller die Heilungschancen.
  • Wenn ein gemischter Fischbestand vorhanden ist, z.b.(Goldfische, Orfen u.s.w.) Verträglichkeit der Medikamente beachten.
  • Die meisten Medikamente sind rezeptpflichtig und nicht frei käuflich.
  • Bei fast allen Behandlungen sind Temperaturen von 21°C bis 23 °C am wirkungsvollsten.

 

nun die am häufigsten auftretenden Krankheiten

Erscheinungsbild

Ursachen

Behandlung

Karpfenpocken:

Symptom:

Weißliche, gallertartige Erhebungen, Fische sehen aus wie mit Wachs beträufelt.

Werden durch Viren ausgelöst und treten meist nur bei schlechten Bedingungen oder geschwächten Tieren auf. Medikamentöse Behandlung nicht möglich. Wenn sich die Umweltbedingungen verbessern und bei wärmeren Wasser, können Spontanheilungen auftreten.
Stäbchenkrebs,"Ankerwurm": (Lernae sp.)

Parasit mit langgestrecktem Körper mit zwei Eisäckchen, bis 20mm lang, verankert sich in der Unterhaut des Wirtstieres.

Symptom:

Fische scheuern sich, springen. Parasit ist mit blosen Auge sichtbar.

Kann durch Wasserpflanzen oder Enten eingeschleppt werden

Eventuell auch durch Neuzugänge.

Befallene Tiere herausfangen, um mit einer Pinzette die Krebstiere zu entfernen. Medikamentöse Behandlung mit Organophosphate wie  Trichlorfon, Masoten, Neuguvon oder mit Diflubenzuron (Dimilin) möglich. Nicht im Teich behandeln. Beeinträchtigt stark die Teichbiologie.
Columnaris- Krankheit: Flossenfraß, Maulfäule

Wird durch Myxo- bzw. Flexibakterien hervorgerufen.

Symptom:

Baumwollartiger Flaum am Kopf u. Flossen, bei starkem Befall Entzündungen u. Hautschäden, Atemprobleme, Kiemenschwellung, zerfressene Flossen.

Es sind stäbchenförmige, gramnegative Bakterien, die sich vor allem von Eiweißen aus Schleim oder Kot ernähren und selbst Knochen "anfressen", haben sie sich erst einmal auf der Fischschleimhaut etabliert.

Da im Aquarium oder Teich immer wieder Eiweiß zur Zersetzung anfällt, sind diese Bakterien praktisch überall zu finden. Haben sie jedoch einmal auf den Kiemen oder den Flossenschleimhäuten Fuß gefasst, sind sie zu erstaunlichen Zerstörungen fähig und gefürchtet, weil sie sehr hartnäckige Krankheitserreger sind.

Salzbäder (fünf bis 20 Gramm jodfreies Kochsalz pro Liter für 5 bis 15 Minuten). Desweiteren mit acriflavinhaltigen Präparaten. Kranke Tiere mit derartigen Präparaten sollten separat behandelt werden.

Auch quarternäre Ammoniumbasen (z. B. Actomar B 100) u. a. Desinfektionsmittel, ebenso UV-Licht, können zum Einsatz kommen.

Wenn alle diese Maßnahmen keinen Erfolg haben, könnten Antibiotica, wie Nifurpirinol eingesetzt werden.

Bakterielle Bauchwassersucht (Ascites)

Symptome:

Glotzaugen, Abgespreitzte Schuppen, aufgequollene Körper

Wird durch Bakterien verursacht, kann aber auch durch Virusinfektion (Frühlingsvirämie) Vergiftungen, Mangelerscheinungen als Ursache haben. Im Anfangsstadium kann ein über das Futter verabreichtes Antibiotikum helfen. Erregernachweis und Resistenztest durch den Tierarzt nötig, da es bei viraler u. bakterieller Krankheit hochinfektiös sein kann. Quarantänemaßnahmen.
Fischegel: (Piscicola geometra) Bis 3cm lang, braun/rot, hat am Körperende einen Saugnapf  

Symptome:

Starkes Scheuern, Springen der Fische. Parasit mit bloßem Auge sichtbar.

Können durch Wasserpflanzen und Neuzugänge usw. eingeschleppt werden. Fischegel absammeln und / oder Kurzbad in 3% Kochsalzlösung (Parasit löst sich dann).
Karpfenläuse: (Argulus sp.) Kleinkrebs mit schildförmigen platten Körper mit Saugnäpfen an der Unterseite, ca. bis 12mm

Symptome:

Starkes Scheuern, Springen. Parasit mit bloßen Auge sichtbar.

Können durch Wasserpflanzen, Neuzugänge, Wildenten usw. eingeschleppt werden. Karpfenläuse absammeln und / oder Kurzbad in 3% Kochsalzlösung (Parasit löst sich dann).
Fischschimmel / Wasserschimmel, Verpilzung: (Saprolegnia u. Achlya)

Symptome:

Fisch hat wattebauschähnlichen Belag auf der Haut. Bei andauernder Infektion kann die Farbe von Weiß nach Grau oder Grün wechseln und dringt in die Unterhaut bzw. Muskulatur ein.

Hauptursache können bakterielle, parasitäre und auch mechanischer Natur sein, z.B. wobei beim unsachgemäßen Fangen mit den Netz Schleimhautschäden zugefügt wurden. Kann mit malachitgrünhaltigen Heilmitteln behandelt werden. Wobei auch Silber- oder Acriflavinverbindungen enthaltene Mittel, ebenfalls das Pilzwachstum oder die Zoosporen bei der Verbreitung hemmen.  Auch das jodfreie Kochsalz als Kurzzeitbad über zehn bis 15 Minuten in Konzentrationen von zehn bis 20 Gramm pro Liter (je nach Fischart) an drei aufeinanderfolgenden Tagen kann Pilzbefall wirkungsvoll bekämpfen und hilft dem Fisch bei der Schleimhautregeneration und beim Stressabbau.

Kiemenwürmer:   ( Dactylogyrus u.ä. Arten) Saugwurm wird ca. 1mm lang und hat typische Haft-u.Klammerstrukturen mit denen sie sich in den Kiemenlamellen verankert.

Symptome:

Fische zeigen eine erhöhte Atemfrequenz und würgende, spuckende Bewegungen.

Durch Neuzugänge

Heilmittel wie Gyrotox und Ovitelmin (ist für Goldfische giftig!) sind sehr wirksam. Auch hochkonzentrierte Kurzbäder mit Fomalin oder Masoten waren ebenfalls wirksam, kann aber bei unsachgemäßer Anwendung zu Schäden oder zum Tod führen.

Glotzauge: ( Exophthalmus)

Symptome:

Eines oder beide Augen treten aus den Höhlungen hervor.

Ungünstige Wasserverhältnisse, zu hoher Kohlendioxidgehalt sind die Ursache, erfolgt die Glotzaugen- bildung innerhalb weniger Stunden.

Überprüfen und verbessern der Wasserqualität, wenn die Krankheit durch eine Infektion hervorgerufen wurde. Erreger sollte nachgewiesen werden. (Behandlung wie bei Bauchwassersucht s.o.)

Hautwürmer: (Gyrodactylus sp.) Hautwürmer, ähnlich wie Kiemenwürmer, besitzen jedoch unterschiedliche Hakenapparate, haben keine Augen und sind etwas kleiner u. lebendgebärend.

Symptome:

Fische scheuern sich und zeigen schießende Schwimmbewegungen.

Durch Neuzugänge

Wie bei Kiemenwürmer: Heilmittel wie Gyrotox und Ovitelmin (ist für Goldfische giftig!) sind sehr wirksam. Auch hochkonzentrierte Kurzbäder mit Fomalin oder Masoten sollen ebenfalls wirksam sein, kann aber bei unsachgemäßer Anwendung zu Schäden oder zum Tod führen.

Einzellige Außenparasiten: (Costia, Chilodonella, Trichodina).

Die Hauttrüber gehören zu den Flagellata (Geißeltierchen)

Symptome:

Sie rufen eine Eintrübung der Schleimhaut und verstärkten die Schleimhautproduktion.Fische scheuern sich, zeigen schießende Schwimmbewegungen, bei Befall der Kiemen auch Atemnot und verstärkte Atembewegungen.

Durch Neuzugänge

Bäder in Malachitgrün, Methylenblau, Kochsalz oder Formalin können helfen.

Bandwürmer: (Coestoda) Bandwürmer sind weiß bis durchsichtig und können bis zu 30 Zentimeter lang werden.

Symptome:

Fische zeigen Appetitlosigkeit und haben gallertartigen Kot.

Fische können als Zwischen-u. Endwirt fungieren. Der Fisch kann ein oder mehrere Finnen in der Leibeshöhle beherbergen.

Bekämpfung mit Levamisol, Conurat

Erythrodermatitis: (Geschwürkrankheit)

Symptome:

Entzündungen auf der Haut und offene, glattrandige Geschwüre. Im weiteren Verlauf kann eine Blutvergiftung und Bauchwassersucht auftreten.

Durch versch. Bakterien, u.a.  Aeromonas o. Pseudomonas-Arten

Erregernachweis mit Resistenztest durchführen um das entsprechende Antibiotikum einzusetzen. Fische zu Kondition verhelfen.

Pünktchenkrankheit / Grieskörnchenkrankheit: (Ichthyo)-(Ichthyophthirius multifiiis)

Symptome:

Fisch erscheint wie mit Grieß überzogen. Kleine weiße Pünktchen am Körper und Flossen.

Der Parasit wächst am Wirtsfisch bis auf 1mm Größe heran und löst sich dann ab. Das dauert je nach Temperatur 18 Stunden bis 80 Tage. Der Trophozoit schwimmt dann zu Boden. Dort bildet er eine Schleimkapsel und fängt an sich zu teilen. Je nach Größe entstehen ein bis 4000 neue Tochterzellen. Es kommt zur Schwärmerbildung, die aktiv einen Fisch suchen, um in die Haut eines neuen Wirts eindringen. Nur in dieser Phase wirken auch die Medikamente.

Malachithaltige Medikmente wie Malachitgrün-Oxalat, FMC helfen, wobei sich die Behandlung alle 2-3 Tage je nach Temperatur über mehrere Wochen hinziehen kann, weil meist nur die Schwärmer abgetötet werden. Bei höheren Temperaturen verkürzt sich die Behandlungszeit, dann aber zusätzlich belüften. Die Mittel sind lichtempfindlich, deshalb im Becken Beleuchtung ausschalten und im Teich Abends das Medikament einbringen.

Pilzerkrankungen: (Dermocystidium spp.) Die Pilzhyphen sind unter der Haut als weiße Stränge oder Knoten erkennbar.

Symptome:

Bei Befall der Kiemen, Atemprobleme oder Appetitlosigkeit.

Über den Übertragungs- und Lebenszyklus dieser Pilzinfektion ist fast nichts bekannt.Es erkranken meist nur einzelne Fische. Es besteht keine große Ansteckungsgefahr.

Eine Behandlungsmöglichkeit ist nicht bekannt.